Lange bevor aus schwarz grün wird, beginnt das Leben in Café Lompré.
Café Lompré ist ein Bergdorf mitten im haitianischen Urwald. Ich sitze um 5 Uhr morgens auf dem Dach des Hauses und warte darauf, dass der Nebel wegzieht. Und plötzlich ist es Tag.
Café Lompré ist ein Bergdorf mitten im haitianischen Urwald. Ich sitze um 5 Uhr morgens auf dem Dach des Hauses und warte darauf, dass der Nebel wegzieht. Und plötzlich ist es Tag.
Heute werde ich die Wasserprojekte von Objectif Tiers Monde besichtigen. Unsere Organisation hat schon vor 15 Jahren angefangen im Bereich Trinkwasser zu arbeiten und das Wasser aus den entfernt gelegenen Quellen näher zu den Menschen zu bringen.
Das hat nicht nur zur Folge, dass die Leute sauberes Trinkwasser haben, sondern auch, dass die Mädchen zur Schule gehen können, die sonst dafür verantwortlich sind, das Wasser über viele Kilometer auf ihrem Kopf zu den über die Berghänge verteilten kleinen Hütten zu tragen.
Café Lompré ist anders, als wir es für ein Bergdorf annehmen dürfen.
Die 10.000 Leute leben in den Bergen verteilt. Schon vor der Unabhängigkeit waren die ersten Sklaven von ihren Feldern in den Urwald geflüchtet. Sklaven, die von den Engländern aus verschiedenen Ländern Afrikas importiert worden waren und die am Sklavenumschlagplatz für Großkunden aus Frankreich und den USA übrig geblieben waren. In den Bergen ließen sich die Familien auf kleinen Flecken nieder, darauf bedacht von niemandem gesehen zu werden, der sie an ihre früheren Herren ausliefern könnte.
Das Projekt soll ein Beispiel geben für das, dass in den ländlichen Gebieten Haitis Bildung, Arbeit und Fortschritt möglich sind.
Ein Modelldorf zum Nachmachen, für Leute, die den Mut haben hier etwas zu schaffen. Die Stolz sind und an sich glauben. Denn für die weite grüne Landschaft, die Palmen, die Tiere würden Touristen in der Schlange stehen, um hier her kommen zu dürfen. Was fehlt ist eben die Infrastruktur. „Wasser und Elektrizität sind die Zukunft“ haben unsere Freunde hier unter die Straßenlaterne in den frischen Beton geritzt. Die Leute haben wieder Hoffnung, welche sich in der fleißigen Arbeit abzeichnet. Selbst sonntags und nachts wird noch geschippt und gewerkelt. Einige Helfer schaufeln seit Wochen einen Graben für die Hochstromleitung aus, die in den nächsten Tagen gelegt werden soll. Nicht für OTM, nicht für das Geld denn unbezahlt sondern für den Fortschritt nach dem sie streben.
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