also ich muss zugeben, fasching oder karneval fand ich nur als kind toll. aber seit ich die fasnacht in zug erlebt habe, habe ich beschlossen sogar in eine fasnachtszunft eintreten und wenn ich die triangel mache.
woher der sinneswandel?
weil fasnacht im kanton zug einfach der hammer ist!
ich erzähle warum, aber erst einmal ein paar hintergrundinfos:
fasnacht:
es gibt verschiedenen theorien, woher die fasnacht eigentlich stammt, wahrscheinlich stimmen alle ein wenig. einmal wird der direkte bezug zur kirchlichen fastenzeit gesehen, wo man noch einmal ausgiebig allen möglichen sinnesfreuden frönen, ausgelassen und masslos sein darf und mit hilfe von masken und verkleidungen vorübergehend eine andere identität annimmt. auch dass man noch schnell alle verderblichen lebensmittel vor beginn der fastenzeit aufbraucht. eine, schon in den 80ern verworfene theorie besagt, dass die fasnacht auf heidnisch-germanische bräuche zurückgeht. aber irgendwie habe ich doch ganz stark das gefühl, dass die allemannische fasnacht viel mit dem austreiben des winters zu tun hat. später mehr dazu.
fasnacht in der schweiz
zuerst einmal muss man sagen, dass sich die fasnachtstraditionen in den verschiedenen gebieten - wie das für die föderalistische schweiz typisch ist - stark unterscheiden. sie alle setzen sich aus verschiedenen heidnischen frühlingsbräuchen und christlichen kulthandlungen zusammen. in einigen kantonen basiert die fasnacht zum beispiel auf dem heidnischen brauch, mit viel lärm der von winterlichen dämonen bedrängten sonne zu hilfe zu eilen oder mit masken böse geister zu vertreiben.
die guggen
kleiner exkurs in wikipedia: „Der Begriff leitet sich vermutlich her von „Gugge“, was im Alemannischen für Tüte steht. Im Schweizerdeutsch steht der Begriff „Gugge“ für alle Arten von Blechblasinstrumenten. Eine „Guggemusig“ bezeichnet somit eine Gruppe von Leuten, die zusammen musiziert. (…)Ihren Ursprung hat die Musik im Brauch, die Wintergesiter mit dem Blasen von Kuhhörnern auszutreiben. (Da haben wir es übrigens wieder!)Erstmals erwähnt wurde sie im 16. Jahrhundert, als man zur Karnevalszeit mit Rasseln, Blecheimern, Trommeln, Kuhglocken oder Pfeifen umherzog, um die Geister des Winters zu vertreiben. Die Musik sollte entsprechend schräg sein, laut und jämmerlich. Damals schon wurden Masken und Kostüme verwendet:“
die formation der musiker erinnert stark an eine bigband, die bekannte lieder mit ihren blechblas- und rythmusinstrumenten nachspielen.
fasnacht in zug
in zug war der schmutzige donnschtig eine riesige openair-party. die ganze altstadt war voller bunt verkleideteter narren und grossartiger musik der guggen. die guggen selbst sowie die zuhörer tanzten in den verrücktesten kostümen bei minusgraden in der fasnachtskälte. die stimmung war grossartig! überall in der stadt gab es kleine plätze wo jeweils eine gugge für ca eine halbe stunde spielte um dann musizierend zum nächsten platz zu laufen und dort weiter zu spielen. ein buntes treiben war das mit grossartiger stimmung und noch besserer musik. ein riesen spass!
wahrscheinlich haben wir deswegen auch immer noch winter…
fasnacht in luzern
fasnacht in basel
die basler fasnacht hab ich selbst noch nicht erlebt. bin aber sehr gespannt, das spektakel einmal zu erleben. sie wird eine woche später gefeiert, am ursprünglichen fasnachtsbeginn und ist sehr politisch. der morgenstraich beginnt um 4h. dann gehen alle lichter in der stadt aus und die musikanten ziehen mit piccoloflöten und trommeln durch die stadt. danach gibts die traditionelle mehlsuppe und das fest beginnt.
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